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Bachelor
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Der Bachelor ([] oder [], auch Bakkalaureus oder Baccalaureus [m.] bzw. Bakkalaurea oder Baccalaurea [f.]) ist der niedrigste akademische Gradcite-ref-1[1] und ĂŒblicherweise der erste Abschluss eines gestuften Studiums an einer UniversitĂ€t oder gleichgestellten Hochschule, Fachhochschule oder Berufsakademie. Ein Bachelor-Studiengang (Bakkalaureat) hat eine Regelstudienzeit von drei bis vier Jahren (6â8 Fachsemester), je nach Art des Fachs und der Lehranstalt. Der Bachelor qualifiziert fĂŒr eine grundlegende BerufstĂ€tigkeit, ein weiterfĂŒhrendes Masterstudium und in besonderen AusnahmefĂ€llen fĂŒr die Aufnahme eines Promotionsstudiums (âFast-Track-Promotionâ).cite-ref-2[2]
Das Wort Baccalaureus unterscheidet sich in seiner Bedeutung von dem Wort Baccalaureatus, das in einigen LÀndern den ein- bis zweijÀhrigen postgradualen akademischen Grad Bachelor with Honours (Baccalaureatus cum Honore) bezeichnet.
Contents
âą Wortherkunft
âą Kritik
âą Belgien
âą Frankreich
âą Italien
âą Polen
âą Schweden
âą Spanien
âą Kanada
âą Allgemein
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Wortherkunft
Das englische Wort bachelor, ursprĂŒnglich bacheler geschrieben, ist eine Entlehnung aus dem Altfranzösischen. Das altfranzösische Wort bacheler ist gut belegt; der frĂŒheste Beleg ist das Rolandslied von ungefĂ€hr 1100. Als Bedeutung wird in der Regel âjunger Mannâ angegeben, im Besonderen âjunger Adeligerâ und âjunger Mann, der Ritter werden möchteâ, also âKnappeâ.cite-ref-3[3] Auch im Anglo-Normannischen ist das Wort gut bezeugt. Hier wird neben den genannten Bedeutungen auch schon fĂŒr das 13. Jahrhundert âJunggeselleâ angegeben. SpĂ€ter erlangte es auch die Bedeutungen âInhaber eines ersten akademischen Abschlussesâ (Erstbeleg von etwa 1365) und âGeselleâ, âJungmitglied einer Zunftâ (belegt 1397).cite-ref-4[4] Im Mittelenglischen ist das Wort seit etwa 1300 fassbar; es hatte zunĂ€chst Bedeutungen wie im Anglo-Normannischen. Die Bedeutung âInhaber eines ersten akademischen Abschlussesâ ist hier ab etwa 1390 belegt, insbesondere durch The Franklinâs Prologue and Tale in den Canterbury Tales.cite-ref-5[5]
Die Etymologie des altfranzösischen Wortes bacheler ist ihrerseits unsicher. Zustimmung findet heute vorab die Hypothese, dass das Wort auf ein erschlossenes (also nicht belegtes) romanisches *baccalÄris (vgl. italienisch baccalaro) zurĂŒckgeht.cite-ref-oed-6-0[6]cite-ref-ode-7-0[7]cite-ref-8[8] Offenkundig ist die Ăhnlichkeit mit mittellateinisch baccalÄria âAckerlandâ und baccalÄrius âBauernknechtâ oder âBetreiber eines kleinen Bauernhofes oder Gutshofesâ. Es wird allgemein angenommen, dass diesen Wörtern wiederum lateinisch vacca beziehungsweise spĂ€tlateinisch bacca âKuhâ zugrunde liegt.cite-ref-oed-6-1[6]cite-ref-ode-7-1[7]cite-ref-9[9] EinwĂ€nde gegen diese Rekonstruktion sind teils phonetischer, teils semasiologischer Natur, Anatoly Liberman zufolge aber nicht unĂŒberwindbar: Betreffs des problematischen Anlautwechsels verweist er darauf, dass b und v in einigen in SĂŒdfrankreich gesprochenen Dialekten (also im okzitanischen Sprachraum) durchaus hĂ€ufiger alternieren, und dass sich Belege fĂŒr mlat. baccalÄria auffĂ€lligerweise gerade in Urkunden aus diesen Landstrichen zahlreich finden. ErklĂ€rlich erscheint ihm auch die Bedeutungsverschiebung von âKuhhirteâ oder âKuhbauerâ hin zu âjunger Ritter, Student; Jungspundâ â das HĂŒten der KĂŒhe sei schlieĂlich eine Arbeit gewesen, die im Mittelalter ĂŒblicherweise den jugendlichen Mitgliedern der Familie bzw. des Gesindes zufiel.cite-ref-10[10]
FragwĂŒrdig ist hingegen der Versuch, das Wort von französisch bas chevalier âniederer Ritterâ herzuleiten.cite-ref-oed-6-2[6] Schon im 19. Jahrhundert als falsch gewertet wurde der Vorschlag, das Wort von einem erschlossenen gemeinkeltischen *bakalÄkos herzuleiten, das auch altirisch bachlach âSchĂ€fer, Bauerâ ergeben haben soll.cite-ref-ode-7-2[7] Aus lautlichen GrĂŒnden unhaltbar ist eine RĂŒckfĂŒhrung auf walisisch bach âkleinâ (altkeltisch *bicc, *becc).cite-ref-oed-6-3[6]
In der pĂ€pstlichen Bulle Parens scientiarum von 1231 zur Beendigung eines Vorlesungsstreiks an der UniversitĂ€t von Paris kommt das Wort bachellarius in unspezifischer Weise vor. Ab der zweiten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts war baccalarius ein erster universitĂ€rer Grad.cite-ref-mittelalterlexikon-11-0[11] Die Variante Baccalaureus ist eine möglicherweise zunĂ€chst humorvolle Verballhornung von baccalarius, die an bacca lauri âBeere des Lorbeersâ angelehnt ist (vgl. den Pflanzennamen Laurus nobilis âEdler Lorbeerâ) und âden mit beerenreichem Lorbeer BekrĂ€nztenâ vor Augen hatte (vgl. poeta laureatus).cite-ref-oed-6-4[6]cite-ref-ode-7-3[7] Hiervon leiten sich Baccalaureat (Vorstufe der DoktorwĂŒrde, mit der im Mittelalter die allgemein wissenschaftliche Vorbildung des Kandidaten festgestellt wurdecite-ref-12[12]), das französische Wort baccalaurĂ©at und das lateinische Wort baccalaureatus ab.
Begriffsgeschichte
Im 13. Jahrhundert war es an UniversitĂ€ten Aufgabe eines Baccalarius, den Magister bei der Aufsicht jĂŒngerer Studenten zu unterstĂŒtzen und sich gleichzeitig weiterzubilden. WĂ€hrend die Aufgabe selbst schon seit der ersten HĂ€lfte des 12. Jahrhunderts in Paris und Bologna belegt ist, wurde baccalarius zwischen 1250 und 1275 zu einem festen institutionellen Begriff.cite-ref-mittelalterlexikon-11-1[11]
Im SpĂ€tmittelalter unterbrach beim Medizinstudium die BakkalaureatsprĂŒfung das vier- bis fĂŒnfjĂ€hrige Studium, das nach Bestehen eines theoretischen Examens zur Lizenz abgeschlossen wurde.cite-ref-13[13]
Der Scholar der mittelalterlichen UniversitĂ€t erwarb diesen Grad ursprĂŒnglich nach Abschluss des Triviums (Grammatik, Dialektik, Rhetorik) der ArtistenfakultĂ€t (baccalarius artium). Danach war der Absolvent mit dem Wechsel ins Quadrivium befĂ€higt, Hilfslehrer fĂŒr Scholaren des Triviums zu werden. Nach weiterem Studium des Quadriviums schloss der Baccalarius die FakultĂ€t der Artisten â nachdem er also sĂ€mtliche artes liberales gemeistert hatte â mit dem Grad des magister artium ab und konnte in eine höhere FakultĂ€t als magister non regens eintreten oder als magister regens an der ArtistenfakultĂ€t (fĂŒr die baccaularii des Quadriviums) selbst lehren.cite-ref-14[14]
In Frankreich wurde im Jahr 1809 unter der Herrschaft NapolĂ©on Bonapartes das Bildungswesen zentralisiert und unter die Aufsicht der neu gegrĂŒndeten UniversitĂ© impĂ©riale gestellt. Nach dem Besuch des collĂšge konnte das lycĂ©e besucht werden; beide waren Teil der UniversitĂ© impĂ©riale. Als Abschluss des lycĂ©e wurde das baccalaurĂ©at eingefĂŒhrt, der akademische Grad hieĂ bachelier.cite-ref-15[15]cite-ref-16[16]
Heutzutage gibt es drei Arten des baccalaurĂ©ats: das baccalaurĂ©at gĂ©nĂ©ral, das baccalaurĂ©at technologique und das baccalaurĂ©at professionnel. Hierbei entspricht das baccalaurĂ©at gĂ©neral dem Abitur oder der Matura. Das baccalaurĂ©at wird aber im Gegensatz zu diesen AbschlĂŒssen immer noch als akademischer Grad angesehen; ein Inhaber des Grades wird bachelier genannt. Frankophone LĂ€nder benutzen in der Regel das Wort baccalaurĂ©at fĂŒr einen an das französische baccalaurĂ©at angelehnten Schulabschluss. Allerdings wird in QuĂ©bec ein dreijĂ€hriger universitĂ€rer Abschluss baccalaurĂ©at genannt. In Belgien wird das Wort bachelier fĂŒr einen Bachelor-Abschluss verwendet. In Spanien und Lateinamerika heiĂt der dem Abitur oder der Matura entsprechende Schulabschluss bachillerato.
Das Wort Baccalaureus wird gegenwĂ€rtig an deutschen UniversitĂ€ten nicht fĂŒr AbschlĂŒsse verwendet. Um 1930 gab es an einigen UniversitĂ€ten den Baccalaureus juris (bacc. jur.) als Vorstufe fĂŒr den Doktorgrad.cite-ref-17[17] Im Rahmen eines Modellversuchs wurde von 1992 bis 1997 von der UniversitĂ€t Augsburg nach bestandenem Vordiplom in den FĂ€chern Betriebswirtschaftslehre und Ăkonomie der Grad Baccalaureus oeconomiae oder Baccalaurea oeconomiae verliehen. In Ăsterreich wurde bis 2007 an Stelle eines Bachelor-Grades der Grad Bakkalaureus oder Bakkalaurea verliehen.
Die Gestalt eines Baccalaureus erscheint auch in der Literatur, so in Johann Wolfgang von Goethes Faust II (Vers 6689 ff.). Der Baccalaureus ist offensichtlich identisch mit dem SchĂŒler aus Faust I (Vers 1868 ff.); er hat nun sein Examen gemacht und tritt Mephistopheles abermals gegenĂŒber. Er symbolisiert einerseits die Originalgenies des Sturm und Drangs, andererseits die in Burschenschaft und Wartburgfest hervorgetretene Studentenbewegung nach den Befreiungskriegen, in der Goethe in mancher Hinsicht eine Wiederholung des Sturm und Drangs erblickte. Goethe sieht die jungen Studenten mit einer Mischung aus Sympathie und GeringschĂ€tzung.
Bachelor-Abschluss in Europa
Aufbau, Umfang und Einordnung
Grundkonzept
Der Bachelor ist der erste akademische Grad und berufsqualifizierende Abschluss eines mehrstufigen Studienmodells. Die fĂŒr angemessen erachtete, fĂŒr UnterstĂŒtzungsleistungen wie BAföG verbindliche und missverstĂ€ndlich als Regelstudienzeit bezeichnete Studiendauer betrĂ€gt mindestens drei und höchstens vier Jahre.cite-ref-18[18]
Nach dem European Credit Transfer System (ECTS) sind durchschnittlich 30 Leistungspunkte (LP, credit points) pro Semester zu erwerben. Bei einem Bachelor-Studium von sechs Semestern ergeben sich so 180 LP, bei sieben Semestern 210 LP und bei acht Semestern 240 LP. Es existieren auch IntensivstudiengÀnge, bei denen in sechs Semestern 210 LP vergeben werden, wie beispielsweise an einer Dualen Hochschule.
Ein Punkt entspricht einer Arbeitsbelastung des jeweiligen Studenten von 30 Stunden, mindestens jedoch 25 Stunden. Die deutsche Hochschulrektorenkonferenz (HRK) beschloss die Empfehlung, stets fĂŒr 30 Stunden einen Leistungspunkt zu vergeben.cite-ref-19[19] Damit ergibt sich bei 30 Leistungspunkten pro Semester eine rechnerische Arbeitsbelastung von knapp 40 Stunden in der Woche (bei sechs Wochen Urlaub im Jahr). Zu der Arbeitsbelastung zĂ€hlt die gesamte Zeit, die vom Studenten fĂŒr das Studium aufgewendet werden muss (also z. B. die Zeit fĂŒr Vorlesungen, Seminare und PrĂŒfungen sowie die Zeit fĂŒr deren Vor- und Nachbereitung).
Einige Bachelor-StudiengĂ€nge beschrĂ€nken sich auf ein einzelnes Fach (sogenannte Ein-Fach-Bachelorstudien oder Monofach). Zahlreiche Hochschulen bieten jedoch Bachelor-StudiengĂ€nge an, bei denen gleichzeitig mehrere StudienfĂ€cher belegt werden. So besteht hĂ€ufig die Möglichkeit, ein sogenanntes Zwei-Fach-Bachelorstudium (bestehend aus zwei HauptfĂ€chern) zu absolvieren. Sollten die Absolventen schon vor oder wĂ€hrend des Bachelor-Studiums einen Master of Education fĂŒr Gymnasien und Gesamtschulen bzw. Berufskollegs anstreben (ehemals Lehramt fĂŒr die Sekundarstufe II), bildet diese Art des Bachelors die Grundvoraussetzung. Jedoch kann auch ein fachwissenschaftlich ausgerichteter Master in beiden FĂ€chern angeschlossen werden. Ebenso existieren zahlreiche Bachelorstudien, die ein Hauptfach mit einem oder mehreren NebenfĂ€chern kombinieren. In der Schweiz werden die HauptfĂ€cher auch Major und die NebenfĂ€cher Minor genannt. Diese Bezeichnungen sind nicht mit den gleichnamigen Bachelorvarianten im angloamerikanischen Raum zu verwechseln.
In den meisten deutschen LĂ€ndern muss man einen Master-Studiengang abgeschlossen haben, wenn man als Referendar seine Berufsausbildung abschlieĂen will. In solchen FĂ€llen bietet ein Bachelor-Abschluss keine befriedigenden Perspektiven im Zielberuf (z. B. als Lehrer).cite-ref-20[20]
Modulstruktur
Die Lehrveranstaltungen in Bachelor-StudiengĂ€ngen sind durch Module strukturiert. Ein Modul fasst eine oder mehrere Lehrveranstaltungen mit einem Lernziel zusammen und ist die Einheit, fĂŒr die Leistungspunkte vergeben werden. Durch den Bachelor-Abschluss wird die Vereinheitlichung der StudienabschlĂŒsse in Europa und damit eine bessere internationale Vergleichbarkeit angestrebt.
Die dafĂŒr im Rahmen des Bologna-Prozesses von den LĂ€ndern entwickelten detaillierten Vorgaben sollen (in Deutschland) insbesondere durch die Akkreditierung gewĂ€hrleistet werden, die von speziellen Agenturen vorgenommen wird. Diese externe PrĂŒfung der StudiengĂ€nge soll sowohl die formale KompatibilitĂ€t zum Bachelor-System als auch die QualitĂ€t der Lehre, des Lehrkörpers und der Studieninhalte sicherstellen. Die Akkreditierungsagenturen sind Vereine, die wiederum vom zentralen Akkreditierungsrat akkreditiert werden. Die nicht in allen BundeslĂ€ndern gesetzlich vorgeschriebene Akkreditierung lĂ€uft oft erst nach EinfĂŒhrung eines neuen Studiengangs an. Das fĂŒhrt hĂ€ufig zu der Kritik, dass die ersten JahrgĂ€nge eines Bachelors Versuchskaninchen seien, da der Ausgang des Akkreditierungsverfahrens ungewiss ist.
Abschluss und mögliche Umorientierung
Mit dem Bachelor erwirbt der Student einen ersten offiziell als berufsqualifizierend betrachteten Hochschulabschluss. Der Bachelor-Abschluss, auch der der Fachhochschule, ist auĂerdem Qualifikationsnachweis fĂŒr ein anschlieĂendes Masterstudium, auch fĂŒr einen Wechsel von der Fachhochschule zur UniversitĂ€t, wobei in diesem Falle weitere Qualifikationen erworben werden mĂŒssen. Durch das Masterstudium kann entweder das Studienfach des Bachelorstudiums fortgefĂŒhrt und vertieft bzw. im fachlichen Zusammenhang fachĂŒbergreifend erweitert werden (konsekutiv) oder eine fachliche Umorientierung erfolgen mit dem Wechsel in einen Masterstudiengang, der nicht auf das bisherige Studium aufbaut (nicht-konsekutiv).
Studium und Beruf
Ziel der EinfĂŒhrung eines Bachelor-Abschlusses in Europa war neben der Vereinheitlichung innerhalb der EU und einer kĂŒrzeren Studiendauer auch ein stĂ€rkerer Praxisbezug des Studiums. Da in den Geistes- und Sozialwissenschaften die möglichen Berufsfelder oft nicht klar abgegrenzt werden können, werden in der Regel zwei oder drei FĂ€cher studiert und um Inhalte aus dem Bereich General Studies ergĂ€nzt. In den natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen FĂ€chern wird meist schon zu Beginn ein einzelnes Fach gewĂ€hlt.
EuropÀischer und Deutscher Qualifikationsrahmen EQR/DQR
Am 31. Januar 2012 wurde im Rahmen der Erstellung des EuropĂ€ischen und Deutschen Qualifikationsrahmens EQR/DQR der Bachelor auf die Stufe 6 von 8 eingeordnet. Damit stehen die AbschlĂŒsse Bachelor, Staatlich geprĂŒfter Techniker und Meister auf der gleichen Stufe.cite-ref-21[21] Im Rahmen der Reform des Berufsbildungsgesetzes wurde mit Zustimmung des Bundesrates aus Gleichstellungsgesichtspunkten die ergĂ€nzende Berufsabschlussbezeichnung Bachelor Professional fĂŒr FortbildungsabschlĂŒsse der IHK bzw. HWK eingefĂŒhrt.cite-ref-22[22]
Zu diesem Sachverhalt veröffentlichte der Verein Deutscher Ingenieure ein Positionspapier,cite-ref-23[23] das herausstellt, dass die AbschlĂŒsse Bachelor, Techniker und Meister dem gleichen Kompetenzniveau entsprĂ€chen, jedoch nicht gleichartig seien. Die Kompetenzen von Bachelorabsolventen, staatlich geprĂŒften Technikern und Meistern unterscheiden sich laut VDI erheblich. Nach Angaben des VDI dĂŒrfe die Einstufung von Bachelor, Techniker und Meister keinesfalls so missverstanden werden, dass sie die gleichen TĂ€tigkeiten ausfĂŒhren könnten.
Baccalaureus- und Bachelor-AbschlĂŒsse in Deutschland
Im Jahr 2003 definierte die Kultusministerkonferenz (KMK) in ihren Strukturvorgaben den Bachelor wie folgt:
âIn einem System gestufter StudiengĂ€nge stellt der Bachelorabschluss als erster berufsqualifizierender Abschluss den Regelabschluss dar und fĂŒhrt damit fĂŒr die Mehrzahl der Studierenden zu einer ersten BerufseinmĂŒndung.âcite-ref-kmk10102003-24-0[24]
Zum Wintersemester 2015/2016 wurden in Deutschland nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) ĂŒber 16.000 gestufte StudiengĂ€nge (Bachelor/Master) an UniversitĂ€ten, Fachhochschulen sowie Kunst- und Musikhochschulen angeboten. Sie machen damit rund 90 % des Studienangebots in Deutschland aus. Die Mehrzahl an StudiengĂ€ngen, die (noch) nicht auf Bachelor/Master umgestellt wurden, kommt aus den Rechtswissenschaften sowie der Medizin. AuĂerdem sind einige StudiengĂ€nge mit kĂŒnstlerischen oder kirchlichen AbschlĂŒssen darunter, ebenso wie das Lehramtsstudium in einzelnen LĂ€ndern.cite-ref-25[25]
HochschultrĂ€ger wandten 2022 im Durchschnitt rund 36.500 Euro fĂŒr ein Bachelorstudium auf.cite-ref-26[26]
Abschlussbezeichnungen
Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche FakultĂ€t der UniversitĂ€t Augsburg war die erste universitĂ€re Einrichtung der Bundesrepublik Deutschland, die in den 1990er-Jahren im Rahmen der in den drei Studienrichtungen Betriebswirtschaftslehre, Ăkonomie und Sozioökonomie identischen DiplomvorprĂŒfungen jeweils einen akademischen Bakkalaureatsgrad verliehen hatte, lange bevor Bachelor- und MasterstudiengĂ€nge Einzug in die deutsche Hochschullandschaft hielten. Die Bezeichnung dieser wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen akademischen Erstausbildung lautete:
âą Baccalaureus Oeconomiae, Baccalaurea Oeconomiae (bac.oec.)
Absolventen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
Die KMK legte in den Strukturvorgaben aus dem Jahr 2003cite-ref-kmk10102003-24-1[24] fest, dass in Deutschland folgende Abschlussbezeichnungen zu verwenden sind:
âą Bachelor of Arts (B.A.)
Absolventen der Sozial-, Sprach-, Kultur-, Religions-, Informations-, Politik- und Wirtschaftswissenschaften
sowie in einigen Bereichen der Theologie wie z. B. der ReligionspÀdagogik
âą Bachelor of Science (B.Sc.)
Absolventen der MINT-FĂ€cher (Mathematik, Informatik, Natur- und Technik- bzw. Ingenieurwissenschaften), Wirtschaftswissenschaften, Psychologie, Landwirtschaft und Gesundheitswissenschaften.
âą Bachelor of Laws (LL.B.)
Absolventen der Rechtswissenschaften
âą Bachelor of Education (B.Ed.)
Absolventen des Lehramtsstudiums
âą Bachelor of Engineering (B.Eng.)
Absolventen der Ingenieurwissenschaften
kunsthochschule An Kunst- und Musikhochschulen kommen auĂer dem Bachelor of Arts folgende Abschlussbezeichnungen dazu:cite-ref-kmk10102003-24-2[24]
âą Bachelor of Fine Arts (B.F.A.)
Absolventen der StudiengÀnge zur (bildenden) Kunst
âą Bachelor of Music (B.Mus.)
Absolventen musikalischer StudiengÀnge
âą Bachelor of Musical Arts (B.M.A.) (nicht in den Strukturvorgaben der KMKcite-ref-kmk10102003-24-3[24] von 2003 aufgefĂŒhrt)
Operngesang
Die AbkĂŒrzungen werden hĂ€ufig mit Punkten geschrieben, aber insbesondere beim BA können diese auch wie beim frĂŒheren Magister Artium (MA) entfallen.
Die Hochschule kann die Abschlussbezeichnungen auch in zulĂ€ssigen Formen deutscher Sprache verleihen (z. B.: Bakkalaureus der Wissenschaften). Gemischtsprachige Bezeichnungen sind jedoch ausgeschlossen. Der Absolvent muss die Abschlussbezeichnung so fĂŒhren, wie sie verliehen wurde, und darf nicht eigenmĂ€chtig eine andere Sprache wĂ€hlen. GemÀà DIN 5008 wird die Bezeichnung in der Korrespondenz hinter dem Namen geschrieben, beispielsweise Erika Mustermann, B. A.cite-ref-27[27]
Der Bachelor-Grad darf nicht um einen fachlichen Zusatz oder einen Hinweis auf die Art der Bildungseinrichtung ergĂ€nzt werden, die den Bachelor-Grad verliehen hat (z. B.: (FH) oder (Univ.)). Der Grund dafĂŒr ist, dass es keine fĂŒr die Hochschulart spezifisch unterschiedlichen Vorgaben (z. B. Dauer des Studiums) gibt und alle Hochschulen denselben Akkreditierungsanforderungen unterliegen.cite-ref-kmk10102003-24-4[24] Detaillierte Information zum jeweiligen Studiengang gehen aus der Bachelor-Urkunde, dem Bachelor-Zeugnis und dem Diploma Supplement hervor. FĂŒr ihre IngenieursstudiengĂ€nge verleihen UniversitĂ€ten aus ihrem akademischen Anspruch heraus zur Differenzierung allein die international etablierten Science-AbschlĂŒsse, wĂ€hrend Fachhochschulen zumeist Engineering, aber auf Wunsch vieler Studenten mittlerweile zunehmend auch Science-AbschlĂŒsse vergeben. Vergleichbares gilt fĂŒr den Bachelor of Education, fĂŒr den kein Berufsbild existiert.
In ihren Strukturvorgaben von 1999cite-ref-28[28] hatte die KMK noch eine Unterscheidung zwischen stÀrker theorieorientierten (B. A. sowie B. Sc.) und stÀrker anwendungsorientierten (unter anderem BBA, Bachelor of Computer Science (BCompSc), BEng, Bachelor of Public Administration (BPA)) Gradbezeichnungen festgelegt, die so seit dem Beschluss aus dem Jahr 2003 nicht mehr besteht. Fachliche ZusÀtze sind infolgedessen ebenfalls nicht mehr erlaubt (beispielsweise Bachelor of Arts in Economics). Die Umstellung der Gradbezeichnungen in bereits bestehenden StudiengÀngen erfolgt gegebenenfalls im Rahmen der Akkreditierung und Reakkreditierung.
Bachelor-AbschlĂŒsse von Berufsakademien
In der Bundesrepublik Deutschland kann der Bachelor-Abschluss auch an Berufsakademien erworben werden. Die Absolventen erhalten eine staatliche Abschlussbezeichnung anstelle eines akademischen Grades. Bei einem Weiterstudium entscheidet die jeweilige Hochschule anhand zusĂ€tzlicher PrĂŒfungskriterien, ob der Berufsakademie-Absolvent zu einem Masterstudiengang zugelassen werden kann. Mit einem Bachelor-Abschluss an einer Hochschule (UniversitĂ€t oder Fachhochschule) kann dagegen auf jeden Fall ein Master-Studium angeschlossen werden. In Baden-WĂŒrttemberg wurden die Berufsakademien im MĂ€rz 2009 durch die Duale Hochschule Baden-WĂŒrttemberg abgelöst. Da diese nun den Status einer Hochschule haben, erhalten seitdem auch alle Absolventen einen akademischen Abschluss.
Vergleich mit traditionellen AbschlĂŒssen
Die meisten Bachelor-Abschlussvarianten verleihen grundsĂ€tzlich dieselben Berechtigungen wie DiplomabschlĂŒsse an Fachhochschulen.cite-ref-kmk10102003-24-5[24] Die KMK hat im Jahr 1999 noch explizit festgehalten, dass das Diplom (FH) dem an auslĂ€ndischen Colleges verbreiteten drei- bis vierjĂ€hrigen honors Bachelor entspricht. Diese Bachelor-Variante ist nicht zu verwechseln mit dem selteneren nordamerikanischen vier- bis fĂŒnfjĂ€hrigen universitĂ€ren Bachelor with Honours (wissenschaftliches Diplomstudium), der ein zusĂ€tzliches postgraduales Jahr und eine Diplomarbeit verlangt und direkt zum Ph.D.-Studium berechtigt, ohne vorher einen Master absolviert zu haben, und somit dem traditionellen Diplom/Magister entspricht (vgl. unten). WĂ€hrend generell der Bachelor als erster berufsqualifizierender Abschluss gelten soll, reicht er in StudiengĂ€ngen, an deren Ende bislang Staatsexamina standen, allein nicht aus. Mit dem notwendigen anschlieĂenden Master zusammen ergibt sich teilweise eine lĂ€ngere Studiendauer als bisher.
Da jedoch ein wesentlicher Teil des Bologna-Prozesses die EinfĂŒhrung eines mehrstufigen Abschlusssystems ist, das sich grundlegend von der frĂŒher gebrĂ€uchlichen Einteilung in Grund- und Hauptstudium unterscheidet, ist ein Vergleich mit traditionellen AbschlĂŒssen oft nicht möglich. Die strukturellen Unterschiede zum bisherigen System können nicht erfasst werden, sodass die in der Ăffentlichkeit wahrgenommene Wertigkeit des neuen Abschlusses 2008 stark variierte und von einer Gleichsetzung mit dem Bestehen des Vordiploms bis hin zum Diplom reichte.cite-ref-29[29]
Die folgende Abbildung zeigt einige mögliche Kombinationen von Regelstudienzeiten fĂŒr konsekutive Bachelor- und MasterstudiengĂ€nge und stellt sie dem traditionellen Diplom gegenĂŒber:
Promotion ohne Master
Einem Vorschlag der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) folgend, soll besonders guten Bachelor-Absolventen eine Promotion ohne vorherigen Masterabschluss ermöglicht werden.cite-ref-kmk10102003-24-6[24] Der Deutsche Hochschulverband als Vertretung der Hochschullehrer steht dieser Möglichkeit aber ablehnend gegenĂŒber. Die Möglichkeit, in Deutschland nach erfolgreichem Abschluss eines Bachelorstudiums eine Promotion aufzunehmen, ist bislang in den Hochschulgesetzen nicht vorgesehen. Jedoch gibt es GesprĂ€che ĂŒber eine weiterfĂŒhrende Entwicklung in dieser Hinsicht.
Bachelor-Abschluss an Business Schools
Bereits vor dem Bologna-Prozess etablierten sich auch in Deutschland einige, meist private Business-Schools, also Wirtschafts-(Hoch-)Schulen, die einen Bachelor-Abschluss nach angelsĂ€chsischem Vorbild anboten. Die fehlende staatliche Anerkennung dieser AbschlĂŒsse nach dem deutschen Hochschulrecht umgingen die Business-Schools durch Partnerschaften mit US-amerikanischen und englischen UniversitĂ€ten, die es den Absolventen ermöglichten, mit integrierten Auslandsstudien den nach dem jeweiligen Hochschulrecht anerkannten Hochschulabschluss der PartneruniversitĂ€t zu erlangen. Einige dieser frĂŒheren Business-Schools sind heute auch in Deutschland als Hochschule staatlich anerkannt.
Kritik
Nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems bricht in UniversitĂ€ten heute jeder vierte Bachelor-Student sein Studium ab, in Fachhochschulen sogar jeder dritte.cite-ref-ts0208-30-0[30] Die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften ist in den neuen Bachelor-StudiengĂ€ngen erheblich höher als in den frĂŒheren Diplom-StudiengĂ€ngen.cite-ref-hisstudie-31-0[31]
Das wird darauf zurĂŒckgefĂŒhrt, dass die Umstellung der ingenieurwissenschaftlichen StudiengĂ€nge von Diplom- zu Bachelor-Abschluss hĂ€ufig zwar mit einer zeitlichen Straffung verbunden ist, nicht jedoch mit einer entsprechenden KĂŒrzung des Lernstoffes, woraus sich notwendigerweise eine Stoffverdichtung ergibt.cite-ref-ts0208-30-1[30]
Bei Bachelor-StudiengÀngen in Sozial-, Sprach- und Kulturwissenschaften sowie in Agrar-, Forst- und ErnÀhrungswissenschaften ist die Abbrecherquote ebenfalls auf hohem Niveau, jedoch niedriger als bei vorherigen Diplom- und MagisterstudiengÀngen.cite-ref-hisstudie-31-1[31]
Problematisch ist auch, dass bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland zwar der angelsĂ€chsische Studienaufbau, nicht aber das angelsĂ€chsische Tutorensystem ĂŒbernommen wurde.cite-ref-32[32]
Auch viele Studenten beurteilen den Bachelor-Abschluss kritisch, wie eine Befragung unter Studenten aus dem Mai 2013 ergab. Nur 9 % streben demnach den Bachelor als einzigen akademischen Abschluss an. Der GroĂteil sieht ihn als Station auf dem Weg zu einer höheren Qualifikation, wie dem Master. 2016 allerdings gaben nur 55 Prozent der Studierenden in einem Bachelor-Studiengang an, einen Master-Abschluss anstreben zu wollen.cite-ref-33[33] 33 % der Bachelor-Studierenden Ă€uĂerten, sich fachlich nicht ausreichend vorbereitet zu fĂŒhlen. Am hĂ€ufigsten forderten Studierende einen stĂ€rkeren Praxisbezug.cite-ref-34[34] Im Jahr 2019 begannen 45 % der Bachelor-Absolventen ein Masterstudium; an UniversitĂ€ten betrug der Anteil 66 %, and Fachhochschulen nur 29 %.cite-ref-35[35]
Im Fach Psychologie berechtigt der Bachelor-Abschluss nicht zu einer therapeutischen Zusatzausbildung; es stehen jedoch oft nicht genĂŒgend Master-StudienplĂ€tze fĂŒr alle Interessenten zur VerfĂŒgung.cite-ref-36[36]
Von Arbeitgebern wird der Abschluss weiterhin nur zögerlich anerkannt; so erwÀhnten in einer Studie im Jahr 2022 nur 7 % der Stellenausschreibungen, die Kandidaten mit Hochschulabschluss suchten, den Bachelor als Qualifikation.cite-ref-37[37] Die PraxisnÀhe der Fachhochschulen fördert einen direkten Einstieg ins Berufsleben nach dem Bachelorstudium.cite-ref-38[38]
Abgrenzung zwischen Bachelor (akademischer Grad) und Bachelor Professional in Ausbildungsberufen
Der Bachelor Professional sowie der Master Professional sind in Deutschland seit 2020 zugelassenecite-ref-39[39]cite-ref-40[40] Abschlussbezeichnungencite-ref-41[41]cite-ref-42[42]cite-ref-dihk-43-0[43] im Handwerksbereich ohne Hochschulausbildung; sie berechtigen zu einer Hochschulausbildung im Fachbereich.cite-ref-44[44] Sie entsprechen meist dem Rang eines Fachwirtes, staatlich anerkannten Erziehers,cite-ref-45[45] Meisters oder Technikers und sollen der internationalen VerstĂ€ndlichkeit dienen und Gleichwertigkeit mit den akademischen Graden sowie PraxisnĂ€hecite-ref-dihk-43-1[43] zum Ausdruck bringen. Gegner sehen Verwechslungsgefahr zu den akademischen AbschlĂŒssen.cite-ref-46[46]cite-ref-47[47]cite-ref-48[48]
Bachelor-Abschluss in Ăsterreich
c3-96sterreichsterreich In Ăsterreich wurde der Bachelor-Abschluss bis Mai 2007 Bakkalaureat genannt, der Absolvent war der Bakkalaureus bzw. die Bakkalaurea (beide abgekĂŒrzt Bakk.). In gestuften StudiengĂ€ngen, die ab Beginn des Wintersemesters 2006/2007 eingerichtet werden, wird kĂŒnftig der Bachelor anstelle des Bakkalaureus verliehen (Novelle des UniversitĂ€ts-Studiengesetzes 2002, BGBl. I Nr. 74/2006). Die bisherigen Bakkalaureat-StudiengĂ€nge können allerdings auch weiterhin mit dem Bakkalaureusgrad abgeschlossen werden.
GemÀà § 54 UniversitĂ€tsgesetz 2002 mĂŒssen Bachelor-Studien einen Arbeitsaufwand von 180 ECTS-Leistungspunkten umfassen.
Abschlussbezeichnungen nach dem heutigen Bachelor-System (B.)
In Ăsterreich werden unter anderem folgende Abschlussbezeichnungen verwendet:
âą Bachelor (BA) fĂŒr das individuelle Bachelorstudium (gemÀà § 55 UG)
âą Bachelor of Arts (B. A. oder BA)
âą Bachelor of Science (B. Sc. oder BSc)
âą Bachelor of Laws (LL. B.)
âą Bachelor of Education (B. Ed.)
âą Bachelor of Engineering (B. Eng.)
âą Bachelor der Statistik (B. Stat.)
âą Bachelor of Science in Engineering (B. Sc. oder BSc)
âą Bachelor of Theology (BTh)
âą Bachelor of Philosophy (B. phil.)
âą Bachelor of Science in Nursing (BScN)
Zahlreiche Schulen mit höherer beruflicher Bildung und Weiterbildungen am WIFI, z. B. Erwachsenenbildner, enden nach erfolgreichem Abschluss mit dem Bachelor Professional.cite-ref-49[49]
Bakkalaureatsgrade bis 2007 (Bakk.)
Die Bakkalaureatsgrade in Ăsterreich waren:
âą Bakkalaureus/-a der KĂŒnste (Bakk. art.)
âą Bakkalaureus/-a der Naturwissenschaften (Bakk. rer. nat.)
âą Bakkalaureus/-a der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften (Bakk. rer. soc. oec.)
âą Bakkalaureus/-a der Philosophie (Bakk. phil.)
âą Bakkalaureus/-a der technischen Wissenschaften (Bakk. techn.)
âą Bakkalaureus/-a der Kommunikationswissenschaft (Bakk. komm.)
Diese Grade werden hinter dem Namen gefĂŒhrt.cite-ref-50[50]
Bachelor-Abschluss in anderen europÀischen Staaten
Belgien
Frankreich
In Frankreich wird der Abschluss als licence bezeichnet.cite-ref-bachelor-studium-net-51-1[51] Der englische Name birgt dort eine Verwechslungsgefahr mit dem baccalaurĂ©at, das dem Abitur oder der Matura entspricht; auĂerdem ist licence der eingebĂŒrgerte Begriff fĂŒr einen universitĂ€ren Abschluss mit Bac+3-Niveau (ein Abschluss, der drei Jahre nach dem Abitur erworben wird, also nach dreijĂ€hriger Studienzeit).
Italien
Polen
Schweden
In Schweden bestanden StudiengÀnge auf Bachelor-Ebene bereits vor Beginn des Bologna-Prozesses, siehe Kandidatexamen.
Spanien
Das Pendant des Bachelor in Spanien nennt sich TĂtulo de grado, da auch hier Ă€hnlich wie in Frankreich das Bakkalaureat (Bachillerato) bereits als Name fĂŒr den Abschluss der weiterfĂŒhrenden Schule existierte.
Vereinigtes Königreich
Im Vereinigten Königreich ist der Bachelor traditionell der ĂŒbliche fĂŒr einen akademischen Beruf qualifizierende Abschluss. Ganz ĂŒberwiegend dauert das Studium bis zum Bachelor drei bis vier Jahre, ist stark strukturiert und fachlich spezialisiert. VierjĂ€hrige BachelorstudiengĂ€nge werden fast ausnahmslos in anwendungsnahen FĂ€chern angeboten, im Curriculum dieser sogenannten Sandwich courses ist ein Praxisjahr vorgesehen.
Einen Sonderfall stellen die UniversitĂ€ten Oxford, Cambridge sowie das am britischen Vorbild orientierte Dublin dar, wo der Abschluss eines Bachelor of Arts (BA), welcher einen dreijĂ€hrigen Bachelor-Abschluss darstellt, nach Ablauf einer Wartezeit ohne weitere akademische Leistungen oder PrĂŒfungen zu einem Master of Arts (MA) umgewandelt wird. Dabei handelt es sich jedoch nur um eine terminologische Besonderheit ohne Unterschied in der Sache, daher wird dieser Abschluss bei Bewerbungen auf ArbeitsplĂ€tze und andere StudiengĂ€nge wie ein Bachelor behandelt. DarĂŒber hinaus gibt es an diesen UniversitĂ€ten auch echte (das heiĂt, einen vorherigen Bachelor voraussetzende) Master-Programme, die dann zu AbschlĂŒssen wie etwa Master of Science fĂŒhren und daher terminologisch von einem umgewandelten Bachelor unterschieden werden. Insgesamt schlieĂen in GroĂbritannien nur 12 Prozent der Bachelorabsolventen direkt ein Masterstudium an. Das Masterstudium selbst kann berufsqualifizierend sein, alternativ können sich Absolventen fĂŒr einen sogenannten research master entscheiden.cite-ref-53[53]
Im Vereinigten Königreich GroĂbritannien und Irland wurde das akademische System honours 1918 eingefĂŒhrt und in der Folge von zahlreichen anderen Commonwealth-Staaten ĂŒbernommen. Der Bachelor-Abschluss unterhalb der Leistungsbeurteilung third class honours wird auch non-honours pass (d. h. schlechteste Leistung) bezeichnet. Da aber nur eine kleine Minderheit der Studierenden ihren Bachelor als non-honours pass abschlieĂt, findet sich im Schriftverkehr hinter der AbkĂŒrzung des akademischen Grades sehr hĂ€ufig â(Hon)â oder â(Hons)â als Hinweis darauf, dass eine der vier Honours-Auszeichnungen (s. u.) gemeint ist. Ein Honours Bachelor unterscheidet sich vom akademischen Grad Bachelor with Honours oder Bachelor (Honours), der in Australien, Kanada, Neuseeland und SĂŒdafrika an Studierende verliehen wird, die ein konsekutives post-bachelor Diplomstudium (Thesis) mit einer Studiendauer von ein bis zwei Jahren abschlossen.
Der Bachelor of Divinity (Hons) der schottischen UniversitÀten St. Andrews, Aberdeen, Glasgow und Edinburgh entspricht einem Masters-Abschluss.
| Leistungen in Prozent | Englisch | Deutsch | Entspricht |
|---|---|---|---|
| 70â100 % | first class (hons.) | mit Auszeichnung (hervorragend) | 1,0 |
| 60â69 % | upper second class | mit gutem Erfolg (sehr gut) | 1,3â2,0 |
| 50â59 % | lower second class | mit Erfolg (gut / befriedigend) | 2,0â3,0 |
| 40â49 % | third class | bestanden (ausreichend) | 3,3â4,0 |
| 0â39 % | fail | nicht bestanden (ungenĂŒgend) | 5,0 |
der-bachelor-abschluss-au-c3-9ferhalb-europasder-bachelor-abschluss-au-erhalb-europas
Bachelor-Abschluss in Nordamerika
Kanada
In Kanada erreicht man entweder den Bachelor-Abschluss (Minor/General) nach Absolvierung eines Studienlehrgangs mit einer Studiendauer von drei Jahren an einem College oder seltener an einer University, oder den universitĂ€ren Major-, Specialization- bzw. Honours-Bachelor-Abschluss mit einer Studiendauer von vier Jahren. Bachelorarbeiten werden paper, term paper oder essay genannt und sind nicht in allen StudiengĂ€ngen ĂŒblich. Selten wird auch der traditionelle konsekutive Bachelor with Honours-Abschluss (Baccalaureatus Cum Honore degree) angeboten, der nach einem vorangegangenen Bachelor-Abschluss derselben Fachrichtung erreicht wird, mit einer Studiendauer von ein bis zwei Jahren an einer UniversitĂ€t. Er wird durch Absolvierung von Kursen und durch Verfassen einer lĂ€ngeren wissenschaftlichen Diplomarbeit (honours seminar thesis) erreicht. Der Baccalaureatus Cum Honore ist Zulassungsvoraussetzung fĂŒr zwei- bis dreijĂ€hrige very high research-Master-StudiengĂ€nge oder fĂŒr einfache Ph.-D.-StudiengĂ€nge.cite-ref-vergleich-bachelor-modelle-56-0[56] Dieses Schulmodell wurde, Ă€hnlich dem traditionellen Magister/Diplom in Deutschland oder dem postgraduate Bachelor with Honours in Australien, zunehmend zum Auslaufmodell und ist zwischenzeitlich weitgehend durch kĂŒrzere konsekutive Master-Varianten ersetzt worden.
Vereinigte Staaten
Ein klassischer Collegeabschluss (Undergraduate Degree, Bachelor) in den Vereinigten Staaten soll neben einer beruflichen Qualifizierung auch demokratische und bĂŒrgerschaftliche Bildung vermitteln.cite-ref-bibliothek-wzb-eu-58-0[58] Das Studium dauert vier Jahre, wobei die ersten eineinhalb Jahre hĂ€ufig fachlich sehr breit angelegt sind (general studies). Deswegen erfolgt die Spezialisierung auf das eigentliche Hauptfach oft erst in der Mitte des zweiten Studienjahres.cite-ref-vergleich-bachelor-modelle-56-1[56] In einigen FĂ€chern, wie z. B. Architektur, dauert das Studium fĂŒnf Jahre. Ein Bachelor-Abschluss in den USA bedeutet traditionell weniger fachspezifische Festlegung als in Europa. DurchlĂ€ssigkeiten sowohl zwischen den Disziplinen als auch zwischen Wissenschaft und Praxis sind gröĂer.cite-ref-bibliothek-wzb-eu-58-1[58] MasterstudiengĂ€nge sind wissenschaftlich orientiert und in der Regel auf zwei Jahre angelegt, sie werden in Graduate Schools der UniversitĂ€ten organisiert.
Bachelor-Abschluss im Commonwealth
Allgemein
In Australien, Kanada, Neuseeland und SĂŒdafrika kann nach dem regulĂ€ren Bachelor bei guten bis sehr guten Leistungen (Upper Second Class Honours; First Class Honours) oder bei hervorragenden Leistungen (First Class Honours and the University Medal) das Studium des Bachelor with Honours oder Bachelor (Honours) aufgenommen werden. Dieses zumindest zweisemestrige Vollzeitstudium verlangt Kurse, eine lĂ€ngere wissenschaftliche Diplomarbeit (Thesis) von 20.000 Wörtern und eine AbschlussprĂŒfung. Es kann auch als erstes Jahr des Masters anerkannt werden. Ein guter Abschluss ermöglicht ein lĂ€ngeres forschungsintensives Master-Studium an einer Spitzenforschungsinstitution, und er berechtigt direkt zur Promotion.
Honours Degree (Auszeichnung)
1918 wurde im Vereinigten Königreich GroĂbritannien und Irland die Bezeichnung Honours in das akademische System aufgenommen und verbreitet, welches bis heute mit den Notenbewertungsvarianten first class honours degree, second class honours degree, third class honours degree und, fĂŒr entsprechend schwache Studienleistung, pass degree Anwendung findet.cite-ref-59[59] Somit sind die weitaus meisten Bachelor-AbschlĂŒsse in GroĂbritannien sogenannte Honours Bachelor-AbschlĂŒsse. Das System wurde von vielen Commonwealth-Staaten ĂŒbernommen. Vielerorts werden deshalb die Bachelor-StudiengĂ€nge auch mit diesen Honours Degree-Varianten bezeichnet bzw. angeboten.
Absolventen eines Bachelor fĂŒgen hinter ihrer Bachelor-AbkĂŒrzung in Klammern gelegentlich (Hon) oder (Hons) an, um zu unterstreichen, dass ihr Grad mit keiner schlechten Note erreicht wurde.
Ein derartiger Honours Bachelor unterscheidet sich von dem seltenen akademischen Grad Bachelor with Honours oder Bachelor (Honours), der in einigen Commonwealth-Staaten verliehen wird. Dieser wird in ein bis zwei Jahren nach einem Honours Bachelor-Abschluss erworben, vergleichbar den letzten zwei Regelstudiensemestern eines traditionellen europÀischen Lizenziat-, Diplom- bzw. Magister-Studienganges.
Bachelor with Honours (akademischer Grad)
Der seltene konsekutive Bachelor with Honours (baccalaureatus cum honore) oder Bachelor (Honours) als akademischer Grad wird in Australien, Kanada, Neuseeland, SĂŒdafrika, dem Vereinigten Königreich und den USA von UniversitĂ€ten verliehen. Zugangsvoraussetzung fĂŒr ein Bachelor-with-Honours-Diplomstudium ist immer ein spezieller forschungsorientierter Honours-Bachelor- bzw. Bachelor-Abschluss mit sehr guter Note.
Die Regelstudienzeit fĂŒr dieses Diplomstudium betrĂ€gt mindestens ein, höchstens zwei Jahre, je nachdem ob die Diplomarbeit im ersten oder im zweiten Studienjahr abgeschlossen wird. In der Regel darf bei diesem konsekutiven Studiengang (Bachelor + Baccalaureatus Cum Honore) die Gesamtregelstudienzeit fĂŒnf Jahre nicht ĂŒberschreiten. Der Bachelor-with-Honours-Abschluss berechtigt direkt zum PhD-Studium und ist Voraussetzung fĂŒr die Zulassung zu einem zwei- bis dreijĂ€hrigen forschungsintensiven Master-Studiengang an einer internationalen SpitzenuniversitĂ€t. Die in Europa verliehenen traditionellen Lizenziat-, Diplom- und MagisterabschlĂŒsse gelten in den meisten Commonwealth-Staaten als Ă€quivalent zum akademischen Grad Bachelor with Honours.
Das Diplomstudium baut inhaltlich auf einem vorangegangenen Bachelor-Studium auf. Die Systeme der aufgefĂŒhrten LĂ€nder unterscheiden sich im Zeit- und Leistungsumfang. So dauert das Studium in Australien ein bis zwei Jahre und enthĂ€lt eine lĂ€ngere schriftliche Forschungsarbeit von 20.000 Wörtern. In Neuseeland hingegen kann die Erstellung einer weniger umfangreichen Forschungsarbeit innerhalb des einjĂ€hrigen Diplomstudiums innerhalb der Kursarbeit freiwillig erfolgen oder, je nach Voraussetzung, auch im Anschluss daran. Inhaltlich erfolgt im Honours-Studium auch hier eine vor allem wissenschaftlich ausgerichtete Vertiefung der bisherigen Bachelor-Studieninhalte. Alle AbschlĂŒsse können als erstes Master-Jahr anerkannt werden. In SĂŒdafrika gilt der Grundsatz, dass ein Masterstudium erst nach einem vierjĂ€hrigen Studium begonnen werden kann. Daher wird von Studierenden ein einjĂ€hriges Honours-Studium bei den dreijĂ€hrigen StudiengĂ€ngen angefĂŒgt, um die geforderte Zulassung zu gewĂ€hrleisten.
Auszeichnung versus akademischer Grad
Akademische Grade dĂŒrfen in den Commonwealth-Staaten nur in der Form gefĂŒhrt werden, die (meist abgesetzt vom ĂŒbrigen Text und in einer Zeile) durch die Verleihungsurkunde festgelegt ist. Beispielsweise kann im Urkundentext im Fall einer Honours-Auszeichnung âthe degree of BACHELOR OF ARTS with first class honoursâ oder beim akademischen Grad Bachelor with Honours âBACCALAUREATUS IN ARTIBUS CUM HONORE summa cum laudeâ ausgefĂŒhrt sein. Um in Dokumenten Verwechslungen zu vermeiden, darf in Kanada und auch in den USA ausschlieĂlich der Diplom-Grad Bachelor with Honours/Baccalaureatus Cum Honore in der AbkĂŒrzung ohne Klammern gefĂŒhrt werden (z. B. B. A. hons, BA hon. oder BSc hons.), eine Honours-Auszeichnung (Honours Degree) hingegen darf hinter der Bachelor-AbkĂŒrzung höchstens in Klammern angegeben werden (z. B. BA (Hon) oder (Hons)). In Australien hingegen wird der akademische Bachelor with Honours-Grad de jure auch in der AbkĂŒrzung in Klammern gefĂŒhrt (z. B. B. A. (Hons)), weshalb es dort nicht erlaubt ist, eine gleich oder Ă€hnlich lautende Honours-Auszeichnung hinter einem klassischen Bachelor-Grad anzufĂŒhren. Beide Schriftverkehr-Regelungen dienen der Vermeidung des Eindrucks, jemand, der einen klassischen Honours Bachelor-Abschluss erreicht hat, hĂ€tte im Anschluss daran auch den konsekutiven akademischen Grad Baccalaureatus Cum Honore bzw. Bachelor (Honours) erworben.
bachelor-honours-deutschland Auch in Deutschland gibt es â wenn auch nur sehr vereinzelt â den akademischen Grad Bachelor Honours. Die entsprechenden PrĂŒfungsordnungen sehen ein zweisemestriges Diplomstudium (im Umfang von 60 ECTS-Punkten) nach einem vorangegangenen Bachelor (180 ECTS-Punkte) vor. Dieser Bachelor Honors-Grad ist dem traditionellen Diplom-Abschluss gleichwertig. (Siehe auch Amtliches Mitteilungsblatt, PrĂŒfungsordnung der Hochschule Hannover 5/2002 nach § 2, Abs. 2 und §§ 25â30.cite-ref-60[60]) Der deutsche Diplom-Abschluss wird, so wie in Kanada, de jure auch in der AbkĂŒrzung ohne Klammern verliehen bzw. gefĂŒhrt (z. B. BA hon.). Damit können in Dokumenten Verwechslungen zumindest mit der zahlreich vorkommenden europĂ€ischen und nordamerikanischen Honours Degree-Auszeichnung, die hĂ€ufig von Studierenden in Klammern hinter der Bachelor-AbkĂŒrzung angegeben wird, vermieden werden.
Literatur
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⹠Georg Bollenbeck (Hrsg.): Der Bologna-Prozess und die VerÀnderung der Hochschullandschaft. Synchron, Heidelberg 2007, ISBN 978-3-939381-04-4.
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Weblinks
Wiktionary: Bachelor
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
âą Literatur von und ĂŒber Bachelor im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
âą Hochschulkompass Abschluss Bachelor
⹠Dossier zu Bachelor- und Master-StudiengÀngen in Deutschland
âą Studieren.de â Rubrik Bachelor
Einzelnachweise
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cite-note-4444. â Fachschule
cite-note-4545. â Fachschule Erzieher
cite-note-4646. â HRK und VDI kritisieren erneut âBerufsbachelorâ. 15. Oktober 2019, abgerufen am 16. Juni 2021.
cite-note-4747. â Katrin Schmermund: Berufsbildung: HRK warnt BMBF vor "Berufsbachelor" - Forschung & Lehre. In: forschung-und-lehre.de. Abgerufen am 10. Februar 2024.
cite-note-4848. â Christine Vallbracht: AusbildungsabschlĂŒsse: Bundesrat lehnt "Berufsbachelor" und "Berufsmaster" ab - Forschung & Lehre. In: forschung-und-lehre.de. Abgerufen am 10. Februar 2024.
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